(Arthrospira platensis)
Spirulina ist eine blaugrüne Mikroalge, die in salzhaltigen Seen und warmen Gewässern gedeiht und zu den ältesten bekannten Organismen auf unserer Erde gehört. Schon vor Jahrhunderten wurde sie von den Azteken am Texcoco-See in Mexiko sowie von Völkern in Zentralafrika genutzt, die die Alge aus natürlichen Gewässern schöpften, trockneten und als nährstoffreiche Nahrung verwendeten. Heute zählt Spirulina zu den bekanntesten und am häufigsten verwendeten Mikroalgen im Ernährungsbereich.
Besonders ist an Spirulina, dass es sich um ein mikroskopisch kleines, spiralig gewundenes Lebewesen handelt, das in natürlichen alkalischen Gewässern mit hoher Sonneneinstrahlung ideale Wachstumsbedingungen findet. Seine leuchtend grüne Farbe erhält es durch das Chlorophyll, während der bläuliche Schimmer vom Farbstoff Phycocyanin stammt, der Spirulina charakteristisch macht.
In der modernen Herstellung wird Spirulina überwiegend in speziellen Aquakulturen kultiviert, die eine kontrollierte und hygienische Umgebung bieten. Unter biologisch-natürlichen Bedingungen erfolgt die Kultivierung in offenen Becken oder geschlossenen Systemen, wo die Alge durch Sonne, Wasser und einen hohen Mineralstoffgehalt optimal wachsen kann. Nach dem Ernten wird sie schonend filtriert, getrocknet und zu feinem Pulver oder Presslingen weiterverarbeitet. Die biologische Produktion achtet darauf, dass keine synthetischen Zusätze oder Pestizide verwendet werden, wodurch ein naturbelassenes Produkt entsteht.
Die Inhaltsstoffe von Spirulina sind bemerkenswert vielfältig: Sie enthält einen hohen Anteil an pflanzlichem Eiweiß, dazu Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Besonders interessant ist die Kombination aus Chlorophyll und Phycocyanin, die Spirulina ihre typische Farbe und ihren ernährungsphysiologischen Wert verleiht. Auch essenzielle Fettsäuren und Polysaccharide tragen zu ihrem besonderen Profil bei.
Geschmacklich ist Spirulina intensiv und charakteristisch. Es hat eine leicht herbe, an Meer erinnernde Note, die an Algen und frische Gräser denken lässt. Daher wird Spirulina in der Küche meist in kleinen Mengen eingesetzt, zum Beispiel in Smoothies, Säften, Energy Balls oder gemischt in Teige und Aufstriche, um den nahrhaften Wert zu steigern, ohne den Geschmack zu dominant werden zu lassen.
Spirulina verbindet die jahrtausendealte Tradition natürlicher Algenkost mit moderner Verarbeitung und ist damit ein Beispiel dafür, wie ursprüngliche Nahrungsmittel in zeitgemäße Ernährungsweisen integriert werden können.